Bilder mit Tiefe

Nachdem ich zum 100. Mal (zumindest gefühlt) meinen Inspirationsordner durchgegangen bin und diesmal fast vollständig geleert habe, wurde mir klar, was Bilder gemeinsam haben, die mich wirklich berühren: Sie erzählen alle etwas über das Motiv (Menschen, Landschaften,…) und somit auch eine Geschichte.

Don’t shoot what it looks like. Shoot what it feels like.“ — David Alan Harvey

Damit meine ich jetzt nicht eine Geschichte wie „Person A macht das, dann macht Person B dies…“, sondern in der Form, dass das Motiv uns als Betrachter durch sein pures Sein Einblick in sein Wesen gewährt. Das sind Bilder, wo wir die Gefühle des Motivs selbst fühlen und die Distanz zwischen uns Betrachtern und dem Dargestellten verschwindet. Wir schauen nicht mehr auf das Bild, sondern wir sind mittendrin.

Blind Faith - Photography by Marvin Hagemeister

Aus dieser Position heraus schauen wir uns jetzt um: Was sehen wir? Warum ist genau dieser Moment festgehalten? Was macht ihn besonders? Was ist davor passiert und was geschieht danach?
Bilder, die uns so stark fesseln, regen uns zum Nachdenken an und stellen uns meist mehr Fragen als sie Antworten geben. Denn hinter jedem Moment steht ein Impuls bzw. eine Motivation, die uns helfen, Rückschlüsse aus der abgebildeten Situation zu ziehen.

Diese Tiefe finde ich vermehrt in den Arbeiten aus der analogen Zeit. Mich faszinieren die Werke der alten Fotografenmeister. Ihr Ziel war es, mit ihren Bildern etwas Konkretes auszusagen: bestehende Werte zu vertreten, zu hinterfragen oder sogar über Bord zu werfen. Sie wollten ihre Erfahrungen und Erlebnisse durch die Bilder mit der Welt teilen.

I think that emotional content is an image’s most important element, regardless of the photographic technique. Much of the work I see these days lacks the emotional impact to draw a reaction from viewers, or remain in their hearts.” — Anne Geddes

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